Warum sensitiv Yoga?

Seit vielen Jahren arbeite ich mit Menschen für die es nicht einfach ist in unserer Gesellschaft zurecht zu kommen. Menschen mit einer psychischen Erschütterung sind noch heute von Stigma geprägt und fühlen sich oft ausgegrenzt und alleine. Es braucht unglaublich viel Mut sich in unserer leistungsorientierten Gesellschaft als verletzbares Wesen zu zeigen. Wie schön wäre es doch, wenn wir in einer Gesellschaft leben könnten in der alle Menschen zu ihren unzulänglichkeiten stehen könnten, ja wenn diese sogar von anderen Menschen sorgsam gesehen und getragen werden. Wäre das nicht unglaublich stark und heilsam? Und vielleicht würde es so den besonders verletzbaren  Menschen helfen, sich nicht stigmatisiert zu fühlen und sich zu zeigen so wie sie sind, als wunderbare und speziell sensible Wesen dieser Erde. Und spinnen wir den Gedanken weiter und stellen uns vor, dass diese Menschen ihre Aufgabe darin erkennen, die Gesellschaft an ihre sensible, verletzbare Seite zu erinnern und wir so unser ganzes Dasein leben dürfen. Wäre das nicht schön? Mir gefällt der Gedanke.

 

 

Das Bild von jungen, athletischen Menschen in Yogaklassen schreckt viel ab

So oder so, ich wollte mit diesem Blog erklären, warum ich überhaupt ein spezieller Kurs für sensitive Menschen anbiete. Natürlich spielen mehrere Faktoren zusammen, aber der oben genannte ist leider auch ein Fakt. Häufig ist die hemmschwelle in eine reguläre Klasse für viele zu hoch. Da spielen Unsicherheiten und Ängste, sich in einer Gruppe zu zeigen, eine grosse Rolle. Denn vielleicht sind diese Menschen in manchen Dingen etwas langsamer oder sie brauchen einfach eine Weile um sich in sozialen Gefügen wohl zu fühlen. Eine grosse Hürde ist zudem die Angst etwas nicht zu können was von ihnen erwartet wird. Sich mit anderen zu messen ist in einer Phase tiefer Erschütterung bestimmt alles andere als förderlich. Und oft schweben in vielen Köpfen Bilder von Yogaklassen mit jungen, athletischen und überaus biegsamen Menschen. So denken viele, dass Yoga ganz bestimmt nichts für sie sein kann, da sie diesem Bild nicht entsprechen. Ein Gedanke den übrigens auch viele andere, sogenannt gesunde Menschen haben.

Der Bezug zum Körper, häufig ein schwieriges Thema

Ein schwieriges Thema für sensible, verletzte Menschen ist der Bezug zum eigenen Körper. Gerade wenn Medikamente über Jahre eingenommen werden müssen, hat dies oft einen negativen Einfluss auf das Körpergewicht und entsprechend auch auf das Körpergefühl. Aber häufig geht es um noch tiefere, traumatische Geschichten die im Körper stecken.

 

Gerade wenn der Bezug zum Körper schwierig oder sogar negativ geprägt ist, halte ich Yoga für ein überaus hilfreiches Instrument. Denn Yoga hilft auf sanfte und selbstbestimmte Art wieder einen positiven Weg zu finden, dem eigenen Körper zu begegnen. Doch natürlich braucht es hier viel Feingefühl, Verständnis und eine sorgfältig Anleitung der Übungen. Dieser Aspekt steht im Kurs für sensitive Menschen nach einer Krise im Vordergrund. Die korrekte Ausführung der Körperübungen ist im grunde Sekundär. Das bewusste wahrnehmen der Bewegung und der Atmung ist dafür umso wichtiger. Und hier schaue ich ganz speziell darauf, dass die Bewegungen sehr ausführlich angeleitet sind. So dass Menschen welche mühe haben ihren Körper zu spüren, eine Idee davon bekommen was sie in dieser spezifischen Bewegung wahrnehmen könnten. Zudem lade ich immer wieder ein, genau zu spüren ob sie die Bewegungen vielleicht ein wenig anders ausführen wollen, im eigenen Tempo oder in einer etwas abweichenden Bewegung. Es soll eine Einladung sein, dem inneren Kompass zu folgen und wieder vertrauen zu sich selbst aufzubauen.

Und da Yoga und das feine nach innen horchen auch viele Gefühle auslösen kann, ist es in diesen Kursen auch immer wieder wichtig zu betonen, dass es jederzeit möglich ist zu pausieren oder sich für einen Moment zurück zu ziehen.

 

Die Menschen werden in diesen Kursen sorgsam darin begleitet, den Körper wieder als sicheren Ort zu empfinden. Eine Ressource die helfen kann, auch wenn es im Leben wieder mal stürmisch zu und her geht.

 

Die nächsten Kurse für sensitive Menschen nach einer Krise starten demnächst:

Am 4. September in Zürich

Am 24. August oder im September in Wettingen

 

Ich freu mich darauf.

Herzlichst,

Monika

 

 

Monika Lüthi